Taekwondo ist ein Sport, der in jedem Alter erlernt und ausgeübt werden kann. Um Taekwondo als Leistungssport auszuüben, fängt man am besten jung an. Im fortgeschritten und höherem Alter kann man Taekwondo ebenfalls beginnen, um Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination, und Dehnungsfähigkeit zu trainieren und zu erhalten.
Mit der Einheit aus körperlicher Kraft und diszipliniertem Denken ist es möglich, die notwendige Selbstsicherheit zu entwickeln und die erforderliche Gelassenheit zur Selbstverteidigung zu erlangen.
Gerade für Frauen bauen sich damit in der Regel die Ängste, Opfer einer Gewalt zu werden, ab. So steht nach gewisser Zeit der Spass und die Freude am Taekwondo- Sport an erster Stelle.
Schweizermeisterschaft 2007 in Riehen
Gerade für Kinder ist der Taekwondo- Sport mit seinen körperlichen und geistigen Anforderungen besonders geeignet. Körpergefühl, Koordination, Gleichgewicht, Dehnung, Kraft und Ausdauer auf der körperlichen Seite, Spass und Freude und nicht zuletzt Respekt vor dem Partner, Toleranz, Integrationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft für das soziale Miteinander werden in diesem Sport geschult. Hier stehen diese Lernziele im Verbund gleichwertig nebeneinander.
Sport und Selbstverteidigung und Lebensschulung sind dabei wichtig. Taekwondo ist eine Kunst, Angriffe ohne Waffen abzuwehren. Man kann dazu fast jeden Körperteil gebrauchen: Man kann zum Beispiel mit dem Fuss, dem Knie, der Faust, dem Kopf, dem Ellbogen und den Knöcheln der Hand abwehren. Der Trainingsanzug, er heisst auf koreanisch Dobok, ist weiss. Diese Farbe steht für Reinheit, gute Absicht und Ehrlichkeit. So soll auch der Charakter eines Taekwondo-Kämpfers sein. Wie wir alle wissen, trägt als Gegenteil dazu der Böse in fast allen Filmen schwarz.Wie wird Taekwondo angewendet?Taekwondo kann man in vier Hauptteile einteilen:
1. Poomsae
Poomsae bedeutet auf Deutsch: die Form Dies ist eigentlich die Grundschule, man lernt diese Sportart. Es werden so genannte Formen gelaufen. Es ist ein Kampfablauf gegen einen unsichtbaren Gegner. Trifft man dann auf einen richtigen Gegner, sind die gelernten Schritte, Tritte und Schläge so geübt und schnell, dass man den Kampf gewinnen kann. Diese verschiedenen Formen werden immer schwieriger und länger, je weiter man in dieser Sportart ist.
2. Wettkampf
Beim sportlichen Wettkampf hat man die Gelegenheit, das Kämpfen zu üben. Es ist ein Kampf gegen einen richtigen Gegner. Damit man sich und den Gegner nicht verletzt, trägt man im Wettkampftraining und an den Meisterschaften Schoner. Damit die Schläge und Tritte nicht Weh tun, tragen wir Schoner am Brustkorb – das ist eine Weste, an den Unterarmen, an den Schienbeinen, manchmal Handschuhe, einen Zahnschutz und einen Helm. Erwachsene tragen noch einen Unterleibsschutz. An den Meisterschaften kämpfen die Kinder gegen einen Gegner 3 mal 1 Minute, mit Pausen dazwischen, Erwachsene kämpfen 3 mal 2 Minuten. Wenn man das einmal erlebt hat, weiss man, wie lange 1 Minute sein kann!
Nach dem Kampf entscheiden Kampfrichter, wer von beiden mehr Treffer machen konnte, wer also mehr angreifen konnte. Der hat dann gewonnen. Wer nur abwehrt und ausweicht, verliert.
3. Selbstverteidigung
Im Selbstverteidigungs-Training lernen wir, wie man sich in einer wirklichen Gefahr verhält und wehrt. In einer solchen Situation, wie sie auf der Strasse oder in der Dunkelheit vielleicht vorkommen kann, trägt man natürlich keine Schoner. Die Handgriffe, Schläge und Tritte sind ziemlich brutal! Das ganze Training, das man über viele Jahre gemacht hat, hilft einem dann, in dieser schwierigen und gefährlichen Situation schnell und richtig zu reagieren. Um sich richtig wehren zu können, muss man einfach schneller und besser sein als der Angreifer. Das alles lernt man, wenn man regelmässig und viele Jahre ins Training geht und auch zu Hause übt.
4. Kyopka
Kyopka heisst Bruchtest. Wenn man die Schwarzgurt-Prüfung machen möchte, muss man die Meisterprüfung bestehen. Dazu gehört auch der Bruchtest. Dabei wird geprüft, ob man die Techniken gelernt hat und jetzt beherrscht. Man muss also ein ziemlich dickes Holzbrett zerschlagen.Taekwondo im TrainingIn jeder Stunde übt man:
- Konditionstraining – also Ausdauertraining
- Muskeltraining
- Dehnübungen
- Schnelligkeitstraining
- Training für die Körperbeherrschung - das sind
Gleichgewichtsübungen
- Formen laufen
- Kampftechniken
- Selbstverteidigung
Im Unterricht muss man viel Disziplin haben, aufpassen, still sein, genau hinschauen, nicht schwatzen, alles exakt machen, sich konzentrieren und Respekt haben. Das alles ist eine gute Schule und hilft einem im Leben sehr.
Die Kommandos, Kicks, Schläge und Blocks werden vom Trainer auf koreanisch angesagt. Deshalb müssen wir auf koreanisch zählen lernen und auch gewisse Ausdrücke auf koreanisch kennen: ein Fusskick heisst zum Beispiel CHAGI
ein Fauststoss heisst JIRUGI
ein Block heisst MAKKI
3 Körperteile werden ebenfalls koreanisch benennt:
ARE - MOMTONG - OLGUL
Die Wörter kann man zusammensetzen und so bekommt man dann
Prüfungen: ungefähr alle 6 Monate wird eine Gurtprüfung abgelegt.
Es kommt darauf auf, wie gut man ist und wie oft man im Training war. An der Prüfung muss man 1 oder 2 gelernte Formen zeigen, einen kleinen Kampf ohne Kontakt gegen einen Kollegen bestehen und einige Techniken aus der Selbstverteidigung zeigen.
Es gibt 8 Farbgurte: 2 gelbe – 2 grüne – 2 blaue und 2 rote
Dann kommt der 1. Schwarzgurt, dann ist man Meister Insgesamt gibt es 9 Schwarzgurte Vom 5. Schwarzgurt an darf man sich Grossmeister nennen Vorne sitzt der Experte, der die Prüfung abnimmt. Er bestimmt, was er sehen möchte, und was man zeigen muss. Immer 3 oder 4 Schüler mit der gleichen Gurtfarbe treten an. Macht man einen Fehler, zieht der Prüfungsexperte einen Zehntel von der Note ab. Je weiter man im Taekwondo ist, desto mehr Formen und Techniken muss man können, auch die, die man am Anfang mal gelernt hat. Es wird also immer schwieriger! Am Ende der Prüfung setzen sich alle hin und warten auf die Resultate. Wer die Prüfung besonders gut gemacht hat, darf aufstehen und wird gelobt.
Taekwondo ist ein Kampfsport zur Stärkung von Körper und Geist. Die einzigen Waffen zum Angriff und zur Verteidigung sind die eigenen Hände und Füsse. Es gibt vier Arten, auf die man Taekwondo genießen kann.
Taekwondo ist für jung und alt ein idealer Sport. Er ist gelenkschonend und macht den Körper dehnbar und geschmeidig. Das Treten, Schlagen und Schreien ist dazu noch ein Wundermittel gegen den Alltagsstress.
Beim Taekwondo greift man seinen Gegner mit bloßen Händen und Füßen an. Die Vielfältigkeit der Kicks unterscheidet den Sport von anderen Sportarten. Und gerade diesen Kicks verdankt Taekwondo seine Beliebtheit auf der ganzen Welt. Den Angriffen ist schon kaum standzuhalten, aber das wahre Geheimnis des Taekwondo liegt in der Verteidigung. Selbstverteidigung ist daher einer der Hauptgründe, warum sich viele dem Taekwondo-Training verschreiben.
Taekwondo ist mittlerweile fester Bestandteil aller größeren Sportveranstaltungen weltweit, nicht zuletzt natürlich auch der Olympischen Spiele. Da die empfindlichen Stellen des Körpers mit einem Schutz versehen werden und bestimmte Kampfregeln gelten, gehört Taekwondo nicht zu den gefährlichen Kampfsportarten.
Taekwondo stärkt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Das Ziel des Trainings besteht darin, Körper und Geist harmonisch auf eine höhere Ebene zu bringen. Zum Erlernen der Angriffs- und Verteidigungstechniken gehört auch eine Reihe von Verhaltensregeln, die den Menschen auch im Alltagsleben von Nutzen sind.
Die Tae Geuk Ki ist die Nationalfahne von Südkorea. Sie wurde 1883 offiziell eingeführt. Der Ursprung der Symbole, die auf der Fahne zu sehen sind, liegen im Taoismus. Im Zentrum befindet sich das Um-Yang (Yin-Yang). Die beiden 'Tränen' des Um-Yang stehen für die beiden Urkräfte, die alles im Universum beeinflussen. In den Ecken der Fahne sind vier Symbole um das Um-Yang angeordnet, die für die vier Elemente stehen.